Gesundheitsförderung und Qualitätsentwicklung gehören zusammen

give_feb2017cvvaxx23598Bildung und Gesundheit sind auf vielfältige Weise miteinander verknüpft. Eine gute Gesundheit erhöht die Leistungsfähigkeit, den Lernerfolg und damit die Bildungschancen. Gesundheitsbewusstsein und Gesundheitsverhalten hängen in hohem Ausmaß vom Bildungsstand ab. Bildung ermöglicht Lebenschancen und damit verbunden auch die Chancen auf gute Gesundheit. Immer mehr Schulen setzten daher auf die sinnvolle Verknüpfung von Schulqualitätsprogrammen (SQA, QIBB) und Gesundheitsförderungsmaßnahmen.

Eine gute, gesunde Schule zeichnet sich durch gute Leistungen und Ergebnisse in ihrem Kerngeschäft Lehren und Lernen ebenso aus wie durch ein hohes Maß an Gesundheit und Wohlbefinden aller Beteiligten. Der Weg dorthin braucht Zeit, Engagement und Durchhaltevermögen aller Beteiligten. Dieser Prozess wird mit hoher Wahrscheinlichkeit erfolgreich sein, wenn dabei folgende Punkte beachtet werden:

  • Alle Beteiligten nehmen sich Zeit für eine umfassende Bestandsaufnahme.
  • Bestehende Erfahrungen werden berücksichtigt.
  • Expertise und Potenzial von Kolleginnen und Kollegen werden erkannt und sinnvoll eingesetzt.
  • Beziehungsarbeit nimmt eine besondere Stellung ein.
  • Auf Aktionismus und Einzelaktivitäten wird bewusst verzichtet.
  • Der Schulleiter/die Schulleiterin unterstützt den Prozess und legt Wert auf „gesundes Führen“.
  • Alle Beteiligten sind bereit Routinen zu verändern und Neues auszuprobieren.

Unterstützung und Angebote
Anfang Februar ist unsere aktualisierte Broschüre „Schulqualität und Gesundheit. Die gute und gesundheitsfördernde Schule“ (PDF) erschienen. Diese Publikation unterstützt Schulen, die Gesundheitsförderung in ihren Qualitätsentwicklungsprozessen nachhaltig verankern möchten.
Sie gibt einen Überblick über Ansatzpunkte zu den Qualitätsinitiativen SQA und QIBB. Im Praxisteil finden Sie Hinweise darauf, wie ein guter Start gelingen kann und Veränderungen erfolgreich bewältigt werden können. Zudem enthält die Broschüre einen Überblick über Unterstützungsangebote, Übungen und Methoden für die Praxis sowie Tipps zur Erstellung eines Entwicklungsplans. Die Broschüre kann auch als Printversion bestellt werden unter info@give.or at oder per Telefon 01/58900-372.

Mehr Anregungen und praktische Hinweise finden Sie in unserer Broschüre „Unterwegs als gesunde Schule. Ein Reiseführer zur schulischen Gesundheitsförderung mit vielen praktischen Tipps und Methoden“ (PDF) und in unserem online-Themenschwerpunkt „Gesundheitsförderung und Schulentwicklung“.

Eine Übersicht an Organisationen, die Sie inhaltlich oder in der Prozessabwicklung unterstützen können, bietet unsere Online-Datenbank www.give.or.at/suche-organisationen/

Literaturtipp: Was Lehrerinnen und Lehrer stark macht

heyse_buchtippfeb2017Dieses Lesebuch beschreibt Ressourcen und Kompetenzen, die nötig sind, um sich mit den psychischen Herausforderungen des Lehrer/-innenberufs gesundheitsförderlich auseinanderzusetzen und individuelle Lösungswege zu finden. Es soll dazu beitragen, dass Lehrkräfte ihren verantwortungsvollen Beruf – auch mit Unterstützung des Führungspersonals – möglichst lange psychisch gesund ausüben und geniessen können. Es gehört vor allem in die Hände von Berufsanfängerinnen und Berufsanfänger. Das Buch umfasst 15 Kapitel und gliedert sich in drei Teile: Psychische Gesundheit, Individuelle Schutzfaktoren für die psychische Gesundheit und Schutzfaktoren auf Ebene der Schule und des Kollegiums.

HEYSE, Helmut (2016): Was Lehrerinnen und Lehrer stark macht. Ein Lesebuch für ein erfüllendes Berufsleben. Bern: hep Verlag AG. ISBN 978-3-0355-0413-2, Preis: € 21,60

Mehr gesundheitsfördernde Literaturempfehlungen gibt’s in unserer online-Datenbank: www.give.or.at

Jugendliche und ihr Umgang mit online-Informationen

Top view of students studying at the main hall universityWie beurteilen Jugendliche und junge Erwachsene online-Informationen? Mit dieser Frage befasste sich eine aktuelle Studie der History Education Group der Standford University. Die Antworten von über 7.800 Schülerinnen und Schülern sowie Studierenden wurden für die Untersuchung ausgewertet. Die jungen Leute aus drei verschiedenen Altersgruppen hatten jeweils fünf altersadäquate Aufgaben im Umgang mit Social Media zu lösen. So sollten beispielsweise die 13-jährigen Schüler und Schülerinnen auf der Homepage eines online-Nachrichtenmagazins Werbung von den tatsächlichen Nachrichten unterscheiden. Eine der Aufgaben für Jugendliche im High-School-Alter (etwa unsere Sekundarstufe 2) war es, Glaubwürdigkeit und Quelle eines Fotos auf Imgur, einer Foto-Sharing-Seite, einzuschätzen. Studierende von verschiedenen Colleges – von Elite-Hochschulen bis zu großen öffentlichen Colleges – sollten unter anderem eine Behauptung, die über Social Media (in diesem Fall Twitter) verbreitet wurde, auf ihre Glaubwürdigkeit prüfen.

Die Ergebnisse der Studie sind, so die Autoren, ernüchtern. Die Generation der „digital natives“ nutzt zwar mühelos Facebook, Instagramm, Twitter etc.; der kritische Blick auf die Informationen, die über Social Media verbreitet werden, scheint ihr allerdings zu fehlen. So hatte zwar die Mehrheit der 13-jährigen keine Probleme, traditionelle Werbung und herkömmliche Nachrichten als solche zu erkennen; aber mehr als 80% beurteilen als News aufgemachte Werbung, sogenanntes „native advertising“ oder „gesponserte Artikel“, als seriöse Nachrichten. Ähnlich waren die Ergebnisse in den anderen Altersgruppen: 40% der High-School-Schüler und -Schülerinnen hielten ein Bild ohne Kontext und ohne Quellenangabe für eine verlässliche Aussage über die Folgewirkungen eines Atomkraftwerkunglücks. Und nur knapp ein Drittel der Studierenden zog in Erwägung, dass die politische Agenda des Absenders eine Einfluss auf die Inhalte einer Twitternachricht haben könnte, und nicht einmal die Hälfte kam auf die Idee, den im Tweet angegeben Link anzuklicken und damit zu weiteren Informationen zu gelangen.

Die Ergebnisse dieser Studie aus den USA kann vielleicht wegen kultureller Unterschiede nicht 1:1 auf österreichische Jugendliche übertragen werden. Es liegt aber nahe anzunehmen, dass der kritische Blick auf Informationen aus den Sozialen Medien bei uns ähnlich schlecht entwickelt ist.

Besonders bedenklich ist das im Hinblick auf Gesundheitsinformationen aus dem Internet. Falsche Selbstdiagnosen, unrichtige und haltlose Empfehlungen zu Fitness, Ernährung und Diäten (alles interessante Themen für Jugendliche) oder Vorschläge zur Selbstmedikation können durchaus gesundheitsschädliche Auswirkungen haben. Das kritische Beurteilen von Informationen und im Besonderen von Gesundheitsinformationen im Internet und über Soziale Medien kann jedoch erlernt werden (siehe Hinweise unten). Das trägt entscheidend zu einer besseren Gesundheitskompetenz  von Heranwachsenden bei.

Die Studie zum Nachlesen: „Evaluationg Information: The Cornerstone of Civic Reasoning“ (PDF in englischer Sprache):
https://sheg.stanford.edu/upload/V3LessonPlans/Executive%20Summary%2011.21.16.pdf

Infos und Materialien für die Schule:
Saferinternet.at: Suchen im Internet – Informationskompetenz in der digitalen Welt:
https://www.youtube.com/watch?v=Avy8oyM1KkI

Saferinternet.at: Unterrichtsmaterialien „Wahr oder falsch im Internet“:
https://www.saferinternet.at/fileadmin/files/Materialien_2014/Wahr_oder_falsch_im_Internet.pdf

Jahn D. (2013): Was es heißt, kritisches Denken zu fördern“. Mediamanual Nr. 28.:
https://www.mediamanual.at/mediamanual/mm2/themen/kompetenz/mmt_1328_kritischesdenken_OK.pdf

GIVE (2007): Kritisches Denken und Problemlösen:
http://www.give.or.at/fileadmin/media/download/download_factsheets/FS_Kritisches_Denken.pdf

GIVE (2014): Gesundheitskompetenz & Schule.
http://www.give.or.at/fileadmin/media/download/download_factsheets/FS_Gesundheitskompetenz_Schule2014.pdf

Bild: © cristovao31 / Fotolia.com

Neue Leitbegriffe der Gesundheitsförderung – Ergänzungsband 2016

bzga_leitbegriffe_gferg2016Vor fast 20 Jahren hat die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) zum ersten Mal ein Glossar zusammengestellt, das die wichtigsten Begriffe, Theorien und Konzepte der Gesundheitsförderung vorstellt. Dieses Glossar ist sowohl online als auch als gedruckte Ausgabe verfügbar.

Nun ist ein Ergänzungsband erschienen, der im ersten Teil einen Überblick über Entwicklungen in der Gesundheitsförderung auf nationaler, europäischer und internationaler Ebene gibt.

Im zweiten Teil werden 16 neue Leitbegriffe vorgestellt, die das Glossar ergänzen. Zu ihnen zählen:

  • aus dem Themenbereich Strukturen und Konzepte: Präventionsgesetz, Lebensqualität – ein Konzept der individuellen und gesellschaftlichen Wohlfahrt, Verwirklichungschancen/Capabilities, Partizipative Gesundheitsforschung
  • aus dem Themenbereich Bezugsdisziplinen: Ökonomische Evaluation von Gesundheitsförderung und Prävention, Neurowissenschaften und Gesundheitsförderung, Medizinische Prävention, prädiktive und individualisierte Medizin
  • aus dem Themenbereich Kommunikation und Kompetenzen: Risikokommunikation, Social Media/Gesundheitsförderung mit digitalen Medien, Kernkompetenzen professioneller Gesundheitsförderung
  • aus dem Themenbereich Ansätze in Gemeinwesen, Kommune, Region: Präventionskette/Integrierte kommunale Gesundheitsstrategie, Gesundheitsförderung und Integrierte Versorgung, Öffentlicher Gesundheitsdienst (ÖGD) und Gesundheitsförderung, Gesundheitskonferenzen, Urban Health/StadtGesundheit

Abschließend reflektieren die Gesundheitswissenschafterin Lotte Kaba-Schönstein und der Medizinsoziologe Alf Trojan, die „Einordnung und Bewertung der Gesundheitsförderung seit der Ottawa Charta von 1986“.

Bezugsquelle:
„Leitbegriffe der Gesundheitsförderung und Prävention – Ergänzungsband 2016“ (291 S.)
Verlag für Gesundheitsförderung
Oberhirschberg 20, D-94539 Grafling
E-Mail: info@conrad-verlag.de
Internet: www.conrad-verlag.de
ISBN: 978-3-929798-46-3
Preis: € 17,90 zzgl. Versandkosten

Adventkalender für Lehrer/innen am 23. Dezember 2016

adventkal_23dez_klHinter dem letzten Türchen unseres Lehrer/innen-Adventkalenders findet sich eine Übung zum Kultivieren einer positiven Lebenseinstellung:

Fördern einer positiven Grundstimmung

Leider neigen wir Menschen dazu, negative Erlebnisse und Erfahrungen überzubewerten und Positives wenig zu würdigen. Wir haben ein sehr sensibles Radar für Probleme, Hindernisse und Gefahren, das vielleicht evolutionsbiologisch wichtig für das Überleben war, uns aber auch anfällig für Stress, Ängste und Depressionen macht.

Die Glücksforschung hat herausgefunden, dass zum Ausgleich von negativen Emotionen mindestens doppelt so viele positive Gefühlserlebnisse notwendig sind. Um eine positive Grundgestimmtheit zu erhalten, sollten einem negativen Erlebnis zumindest drei positive Emotionen gegenüber stehen! Wir haben also einerseits die Neigung, uns mehr auf Negatives zu konzentrieren, andererseits brauchen wir deutlich mehr positive Emotionen als negative Erfahrungen, um uns glücklich und zufrieden zu fühlen. Es ist daher sinnvoll und gesund, unsere Wahrnehmung stärker auf die angenehmen und positiven Gefühlerlebnisse zu lenken:

Positives würdigen
Vergegenwärtigen Sie sich eine Woche lang – am besten abends vor dem Einschlafen oder nach einer Entspannungsübung – was Sie zu Hause und in der Schule als angenehm erlebt haben, wofür Sie dankbar sein können.

Nach einer Woche können Sie Bilanz ziehen: Was hat diese Wahrnehmungslenkung bei Ihnen bewirkt? Vielleicht möchten Sie diese Übung zu einer dauerhaften Gewohnheit machen?

Nach: Lange-Schmidt (2005): minis machen’s möglich. Salzhausen. S. 157.

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GIVE wünscht schöne Feiertage und erholsame Ferien!

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Und nicht vergessen: Heute gibt es noch einmal 3 Stück des Methodenset „GutDrauf-Gesundheitsparcours“ zu gewinnen! Einfach ein Mail an info@give.or.at mit dem Kennwort „Gut drauf!“ senden.

Bild: © GIVE

Adventkalender für Lehrer/innen am 22. Dezember 2016

adventkal_22dez_klUnser heutiger Adventkalender-Tipp für Lehrkräfte lautet: Weniger reden!

Nonverbales Klassenzimmermanagement

Lehrkräfte reden und reden und reden – und haben trotzdem oft das Gefühl, dass die Schülerinnen und Schüler nicht zuhören. Pearl und Derrick Nitsche, Kommunikationstrainer/in und Lehrer/in, sind bekannt für ihre Bücher und Seminare zum nonverbalen Klassenzimmermanagement. In drei kurzen Videos stellen sie Rituale, nonverbale Signale, Bilder und Techniken vor, die dabei helfen, die Klasse zu führen und die Stimme dabei zu schonen!

Zu den Filmen: https://www.edugroup.at/bildung/paedagogen-paedagoginnen/im-blickpunkt/detail/nonverbales-klassenzimmer-management.html

Adventkalender für Lehrer/innen am 21. Dezember 2016

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Heute verbirgt sich hinter dem Türchen unseres Adventkalenders ein Fitnessprogramm für die Stimmung:

MoodGYM

MoodGYM ist ein kostenloses Trainingsprogramm zur Vorbeugung und Verringerung von depressiven Verstimmungen. Das Programm wurde von den Wissenschaftlern des National Institute for Mental Health Research der Australian National University entwickelt und von einem Wissenschaftlerteam des Instituts für Sozialmedizin, Arbeitsmedizin und Public Health (ISAP) der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig in die deutsche Sprache übersetzt.

MoodGYM besteht aus fünf Bausteinen, die Themen wie den Zusammenhang von Gedanken und Gefühlen, Beziehungsprobleme, Stressbewältigung und Entspannungstechniken behandeln. Im persönlichen Arbeitsbuch können alle absolvierten Übungen gespeichert werden; so ist es möglich, die eigenen Fortschritte und den Erfolg des Programms nachzuverfolgen.

Hier geht’s zum Programm: http://www.moodgym-deutschland.de/

Nicht vergessen: Auch heute gibt es wieder 3 Stück des Methodenset „GutDrauf-Gesundheitsparcours“ zu gewinnen! Einfach ein Mail an info@give.or.at mit dem Kennwort „Gut drauf!“ senden.

Bild: CCO – pixabay.com